Alternative zur Gasheizung: 5 Heizsysteme im Vergleich
Steigende Gaskosten, die CO₂-Abgabe und die Debatte ums Heizungsgesetz bringen viele Gasheizungs-Besitzer ins Grübeln. Viele fragen sich daher: Lohnt sich der Umstieg auf ein neues Heizsystem? Und welche Lösung sollte man wählen? Wir stellen Ihnen fünf erprobte Alternativen zur Gasheizung vor und ordnen ein, welche sich für welche Wohnsituation eignet.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt
- 5 Alternativen zur Gasheizung im Überblick
- Wärmepumpe statt Gasheizung: Wärme aus Luft, Erde oder Wasser
- Umweltfreundlich heizen mit Holz und Pellets
- Wann ist eine Infrarotheizung eine sinnvolle Alternative zur Gasheizung?
- Kann Solarthermie eine Gasheizung ersetzen?
- Fernwärme: Heizen ohne eigene Heizung
- Welche Alternative zur Gasheizung passt zu welchem Gebäude?
- Fazit: Welche Alternative zur Gasheizung lohnt sich?
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Alternativen zur Gasheizung
5 Alternativen zur Gasheizung im Überblick
Die folgenden fünf Heizsysteme kommen als Ersatz für die Gasheizung infrage: Wärmepumpe, Holz-/Pelletheizung, Infrarotheizung, Solarthermie und Fernwärme. Welches System am besten passt, hängt vom Baujahr und der Bauweise Ihres Hauses ab sowie vom Dämmzustand und dem jeweiligen Strom- oder Brennstoffpreis.
| Heizsystem | Anschaffung | Betriebskosten | Effizienz | Nachhaltigkeit | Förderfähig |
|---|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | hoch | gering | sehr hoch | hoch | ja |
| Holz-/Pelletheizung | hoch | gering | hoch | hoch (mit Feinstaub-Vorbehalt) | ja |
| Infrarotheizung | gering | mittel (dämmungs- und strompreisabhängig) | hoch am Einsatzort | abhängig vom Strommix | nein |
| Solarthermie | hoch | gering | mittel | hoch | teils (nur in Kombination mit anderen Heizsystemen) |
| Fernwärme | gering | mittel | abhängig vom Netz | abhängig vom Quellmix | ja |
Wärmepumpe statt Gasheizung: Wärme aus Luft, Erde oder Wasser
Eine Wärmepumpe entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und macht diese mit etwas Strom fürs Heizen nutzbar. Da sie ohne Verbrennung auskommt, fallen im Betrieb weder Abgase noch Gaskosten an.
Vorteile von Wärmepumpen
- Kein fossiler Brennstoff, keine Verbrennung, keine Abgase
- Sehr hoher Wirkungsgrad in gut gedämmten Gebäuden
- Niedrige Betriebskosten, besonders mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik
- Liefert Heizwärme und Warmwasser aus einer Anlage
- Staatlich förderfähig
Nachteile von Wärmepumpen
- Hohe Anschaffungs- und Installationskosten
- Voller Effizienzvorteil nur bei guter Dämmung
- Laufende Kosten hängen vom Strompreis ab
- Standort und Wärmequelle (Luft, Erde, Wasser) müssen passen
Wie niedrig die Betriebskosten am Ende ausfallen, steht und fällt mit Ihrem Stromtarif. Tiefer in dieses Thema führt Sie unser Ratgeber zum Heizen mit einer Wärmepumpe.
Umweltfreundlich heizen mit Holz und Pellets
Wer dem fossilen Brennstoff ganz den Rücken kehren möchte, findet in Holz- und Pelletheizungen eine bewährte Lösung. Der Brennstoff wächst nach, kostet vergleichsweise wenig, und die hohe Heizleistung macht das System selbst im Altbau praktikabel.
Vorteile von Holz- und Pelletheizungen
- Nachwachsender Rohstoff mit weitgehend ausgeglichener CO₂-Bilanz
- Niedrige Brennstoffkosten
- Hohe Heizleistung, auch für schlechter gedämmte Altbauten
- Heizung und Warmwasser aus einer Anlage
- Staatlich förderfähig
Nachteile von Holz- und Pelletheizungen
- Hohe Anschaffungskosten
- Regelmäßige Wartung nötig
- Lagerplatz für Pellets oder Scheite erforderlich
- Feinstaub bei der Verbrennung
Wie sich die einzelnen Systeme unterscheiden, lesen Sie in unseren Ratgebern zur Holzheizung sowie zur Pelletheizung.
Wann ist eine Infrarotheizung eine sinnvolle Alternative zur Gasheizung?
Die Infrarotheizung setzt komplett auf Strom und arbeitet ohne Heizkessel, Gasanschluss, Rohrnetz oder Wasserkreislauf. Die Paneele geben Strahlungswärme ab, die Wände, Böden und Gegenstände direkt erwärmt. Dadurch eignet sich Infrarot besonders gut für Räume, die ohne große Umbauten beheizt oder nachgerüstet werden sollen.
Vorteile von Infrarotheizungen
- Niedrige Anschaffungskosten
- Einfache Montage ohne Wasser-Installation
- Wartungsfreier Betrieb
- Auch für Mietwohnungen geeignet
- Mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik nachhaltig
Nachteile von Infrarotheizungen
- Höhere Stromkosten bei schlechter Dämmung
- Als alleinige Heizung vor allem in gut gedämmten Gebäuden sinnvoll; im ungedämmten Altbau nur nach genauer Heizlastprüfung
- Nicht staatlich förderfähig
- Nachhaltigkeit hängt vom Strommix ab
Ob sich Infrarot rechnet, hängt vor allem von Dämmung, Raumgröße, Nutzungsdauer und Strompreis ab. In gut gedämmten Räumen, im Neubau, in der Mietwohnung oder als Zusatzheizung spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus. In schlecht gedämmten Gebäuden sollte vorab geprüft werden, ob die Heizlast und der Stromverbrauch wirtschaftlich passen.
Mehr dazu erfahren Sie in den Vorteilen der Infrarotheizung. Wie viel Strom eine Infrarotheizung verbraucht, zeigt Ihnen unser Ratgeber zum Stromverbrauch der Infrarotheizung.
Praxiseinschätzung von heatness®
Aus unserer Erfahrung eignet sich eine Infrarotheizung besonders dann als Alternative zur Gasheizung, wenn einzelne Räume gezielt, wartungsfrei und ohne aufwendige Umbauten beheizt werden sollen. Häufige Einsatzbereiche sind Badezimmer, Homeoffice, Ferienwohnungen, Mietwohnungen, gut gedämmte Wohnräume und Gebäude mit Photovoltaik.
Bei schlecht gedämmten Gebäuden empfehlen wir vorab eine genaue Prüfung der Heizlast. So lässt sich realistisch einschätzen, ob Infrarot als Hauptheizung sinnvoll ist oder besser als Zusatzheizung eingesetzt werden sollte.
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Kann Solarthermie eine Gasheizung ersetzen?
Die Solarthermie holt sich die Wärme direkt von der Sonne: Kollektoren auf dem Dach fangen die Sonnenenergie ein und speisen sie in Heizung und Warmwasser ein. Der Betrieb ist emissionsfrei, wartungsarm und mit fast jedem Heizsystem koppelbar.
Vorteile der Solarthermie
- Emissionsfreie Wärme aus Sonnenenergie
- Sehr niedrige laufende Kosten
- Wartungsarme Technik
- Mit fast jedem Heizsystem kombinierbar
Nachteile der Solarthermie
- Als alleinige Heizung ungeeignet, eine zweite Wärmequelle ist nötig
- Hohe Anschaffungskosten
- Ertrag abhängig von Dachlage und Sonnenstunden
- Nur in Kombination förderfähig
Die Hybridlösung: Gas + Solar: Wer den kompletten Umstieg zur Solarthermie noch scheut, kann die vorhandene Gasheizung mit einer Solaranlage zur Hybridheizung aufrüsten. Die Sonne übernimmt dann einen Teil der Wärme und drückt den Gasverbrauch. Ein echter Gas-Ausstieg ist das jedoch nicht, denn die fossile Komponente und die Preisabhängigkeit bleiben.
Fernwärme: Heizen ohne eigene Heizung
Bei der Fernwärme sparen Sie sich die eigene Heizung fast komplett: Über ein regionales Netz kommt fertig erwärmtes Wasser ins Haus und versorgt die Heizkörper. Kein Kessel, wenig Installationsaufwand, kaum Wartung – bequemer lässt sich Gas kaum ersetzen.
Vorteile der Fernwärme
- Geringe Anschaffungskosten, kein eigener Heizkessel
- Kaum Wartungsaufwand und kein Platzbedarf im Haus
- Unkomplizierter Anschluss ans Netz
- Bei erneuerbarem Quellmix umweltfreundlich
Nachteile der Fernwärme
- Nur verfügbar, wo ein Netz vorhanden ist
- Laufende Kosten oft hoch, Bindung an einen einzigen Anbieter
- Wärmeverlust bei langen Leitungen
- Nachhaltigkeit hängt vom Energiemix des Versorgers ab
Welche Alternative zur Gasheizung passt zu welchem Gebäude?
Keine Alternative zur Gasheizung passt pauschal überallhin: Bauart, Dämmung und Nutzung des Gebäudes geben die Richtung vor:
- Altbau mit schwacher Dämmung: Hier punktet die Holz- oder Pelletheizung, deren hoher Heizwert auch größere Wärmeverluste ausgleicht.
- Gut gedämmter Neubau: Wärmepumpe, Infrarotheizung und Pelletheizung kommen voll zur Geltung und laufen mit erneuerbarer Energie.
- Mietwohnung: Wo bauliche Eingriffe ausscheiden, sind Infrarotpaneele an Wand oder Decke die praktischste Wahl.
- Gut gedämmtes Einfamilienhaus: Hier sind Sie kaum eingeschränkt – von Wärmepumpe über Holz und Solar bis zu Fernwärme oder Infrarot ist fast alles möglich.
- Mehrfamilienhaus: Sinnvoll ist eine zentrale Lösung für alle Parteien, etwa eine große Pelletheizung oder ein Fernwärmeanschluss.
Fazit: Welche Alternative zur Gasheizung lohnt sich?
Die beste Alternative zur Gasheizung hängt vor allem vom Gebäude ab. Wer ein gut gedämmtes Haus besitzt, sollte zuerst die Wärmepumpe prüfen. Bei hohem Wärmebedarf im Altbau kann eine Pelletheizung sinnvoll sein. Fernwärme ist bequem, aber nur dort möglich, wo ein geeignetes Netz vorhanden ist. Solarthermie eignet sich vor allem als Ergänzung.
Eine Infrarotheizung lohnt sich besonders dann, wenn geringe Anschaffungskosten, einfache Montage und wartungsfreier Betrieb wichtig sind. Sie ist eine starke Lösung für gut gedämmte Räume, Mietwohnungen, einzelne Sanierungsbereiche, Zusatzheizungen und Gebäude mit Photovoltaik. Bei schlecht gedämmten Gebäuden sollte vorab geprüft werden, ob Heizlast und Stromverbrauch wirtschaftlich passen.
| Neues Heizsystem | Anschaffungskosten |
|---|---|
| Wärmepumpe | ca. 15.000–40.000 € |
| Pelletheizung | ca. 20.000–30.000 € |
| Infrarotheizung | je Paneel ab ca. 199 €, Gesamtsystem meist niedriger |
| Solarthermie | ca. 5.000–15.000 € |
| Fernwärme-Anschluss | ca. 5.000–15.000 € |