Alternative zur Gasheizung: 5 Heizsysteme im Vergleich

Steigende Gaskosten, die CO₂-Abgabe und die Debatte ums Heizungsgesetz bringen viele Gasheizungs-Besitzer ins Grübeln. Viele fragen sich daher: Lohnt sich der Umstieg auf ein neues Heizsystem? Und welche Lösung sollte man wählen? Wir stellen Ihnen fünf erprobte Alternativen zur Gasheizung vor und ordnen ein, welche sich für welche Wohnsituation eignet.

Alternative zur Gasheizung
Alternative zur Gasheizung

Bildquelle: © Ralf Kalytta – stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Mögliche Alternativen: Gas ersetzen lässt sich vor allem durch Wärmepumpe, Holz- und Pelletheizung, Infrarotheizung, Solarthermie (meist ergänzend) oder Fernwärme.

  • Muss die Gasheizung weg? Eine funktionierende Gasheizung muss nicht sofort ausgetauscht werden. Sie darf in der Regel weiterbetrieben und repariert werden. Vorgaben entstehen vor allem beim Neueinbau oder Austausch.

  • Staatliche Förderungen: Gefördert werden Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie (nur kombiniert) und Fernwärme.
  • Kostenrahmen: Für ein neues System sind grob 3.000 bis über 35.000 Euro fällig, jeweils vor Abzug der Förderung.
  • Eignung: Wärmepumpe im gut gedämmten Haus, Pellets im wärmehungrigen Altbau. Infrarot als günstige Alternative in gut gedämmten Räumen, in der Mietwohnung oder als Ergänzung.

5 Alternativen zur Gasheizung im Überblick

Die folgenden fünf Heizsysteme kommen als Ersatz für die Gasheizung infrage: Wärmepumpe, Holz-/Pelletheizung, Infrarotheizung, Solarthermie und Fernwärme. Welches System am besten passt, hängt vom Baujahr und der Bauweise Ihres Hauses ab sowie vom Dämmzustand und dem jeweiligen Strom- oder Brennstoffpreis.

Heizsystem Anschaffung Betriebskosten Effizienz Nachhaltigkeit Förderfähig
Wärmepumpe hoch gering sehr hoch hoch ja
Holz-/Pelletheizung hoch gering hoch hoch (mit Feinstaub-Vorbehalt) ja
Infrarotheizung gering mittel (dämmungs- und strompreisabhängig) hoch am Einsatzort abhängig vom Strommix nein
Solarthermie hoch gering mittel hoch teils (nur in Kombination mit anderen Heizsystemen)
Fernwärme gering mittel abhängig vom Netz abhängig vom Quellmix ja

Wärmepumpe statt Gasheizung: Wärme aus Luft, Erde oder Wasser

Eine Wärmepumpe entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und macht diese mit etwas Strom fürs Heizen nutzbar. Da sie ohne Verbrennung auskommt, fallen im Betrieb weder Abgase noch Gaskosten an.

Vorteile von Wärmepumpen

  • Kein fossiler Brennstoff, keine Verbrennung, keine Abgase
  • Sehr hoher Wirkungsgrad in gut gedämmten Gebäuden
  • Niedrige Betriebskosten, besonders mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik
  • Liefert Heizwärme und Warmwasser aus einer Anlage
  • Staatlich förderfähig

Nachteile von Wärmepumpen

  • Hohe Anschaffungs- und Installationskosten
  • Voller Effizienzvorteil nur bei guter Dämmung
  • Laufende Kosten hängen vom Strompreis ab
  • Standort und Wärmequelle (Luft, Erde, Wasser) müssen passen

Wie niedrig die Betriebskosten am Ende ausfallen, steht und fällt mit Ihrem Stromtarif. Tiefer in dieses Thema führt Sie unser Ratgeber zum Heizen mit einer Wärmepumpe.

Umweltfreundlich heizen mit Holz und Pellets

Wer dem fossilen Brennstoff ganz den Rücken kehren möchte, findet in Holz- und Pelletheizungen eine bewährte Lösung. Der Brennstoff wächst nach, kostet vergleichsweise wenig, und die hohe Heizleistung macht das System selbst im Altbau praktikabel.

Vorteile von Holz- und Pelletheizungen

  • Nachwachsender Rohstoff mit weitgehend ausgeglichener CO₂-Bilanz
  • Niedrige Brennstoffkosten
  • Hohe Heizleistung, auch für schlechter gedämmte Altbauten
  • Heizung und Warmwasser aus einer Anlage
  • Staatlich förderfähig

Nachteile von Holz- und Pelletheizungen

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Regelmäßige Wartung nötig
  • Lagerplatz für Pellets oder Scheite erforderlich
  • Feinstaub bei der Verbrennung

Wie sich die einzelnen Systeme unterscheiden, lesen Sie in unseren Ratgebern zur Holzheizung sowie zur Pelletheizung.

Wann ist eine Infrarotheizung eine sinnvolle Alternative zur Gasheizung?

Die Infrarotheizung setzt komplett auf Strom und arbeitet ohne Heizkessel, Gasanschluss, Rohrnetz oder Wasserkreislauf. Die Paneele geben Strahlungswärme ab, die Wände, Böden und Gegenstände direkt erwärmt. Dadurch eignet sich Infrarot besonders gut für Räume, die ohne große Umbauten beheizt oder nachgerüstet werden sollen.

Vorteile von Infrarotheizungen

  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Einfache Montage ohne Wasser-Installation
  • Wartungsfreier Betrieb
  • Auch für Mietwohnungen geeignet
  • Mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik nachhaltig

Nachteile von Infrarotheizungen

  • Höhere Stromkosten bei schlechter Dämmung
  • Als alleinige Heizung vor allem in gut gedämmten Gebäuden sinnvoll; im ungedämmten Altbau nur nach genauer Heizlastprüfung
  • Nicht staatlich förderfähig
  • Nachhaltigkeit hängt vom Strommix ab

Ob sich Infrarot rechnet, hängt vor allem von Dämmung, Raumgröße, Nutzungsdauer und Strompreis ab. In gut gedämmten Räumen, im Neubau, in der Mietwohnung oder als Zusatzheizung spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus. In schlecht gedämmten Gebäuden sollte vorab geprüft werden, ob die Heizlast und der Stromverbrauch wirtschaftlich passen.

Mehr dazu erfahren Sie in den Vorteilen der Infrarotheizung. Wie viel Strom eine Infrarotheizung verbraucht, zeigt Ihnen unser Ratgeber zum Stromverbrauch der Infrarotheizung.

Praxiseinschätzung von heatness®

Aus unserer Erfahrung eignet sich eine Infrarotheizung besonders dann als Alternative zur Gasheizung, wenn einzelne Räume gezielt, wartungsfrei und ohne aufwendige Umbauten beheizt werden sollen. Häufige Einsatzbereiche sind Badezimmer, Homeoffice, Ferienwohnungen, Mietwohnungen, gut gedämmte Wohnräume und Gebäude mit Photovoltaik.

Bei schlecht gedämmten Gebäuden empfehlen wir vorab eine genaue Prüfung der Heizlast. So lässt sich realistisch einschätzen, ob Infrarot als Hauptheizung sinnvoll ist oder besser als Zusatzheizung eingesetzt werden sollte.

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Kann Solarthermie eine Gasheizung ersetzen?

Die Solarthermie holt sich die Wärme direkt von der Sonne: Kollektoren auf dem Dach fangen die Sonnenenergie ein und speisen sie in Heizung und Warmwasser ein. Der Betrieb ist emissionsfrei, wartungsarm und mit fast jedem Heizsystem koppelbar.

Vorteile der Solarthermie

  • Emissionsfreie Wärme aus Sonnenenergie
  • Sehr niedrige laufende Kosten
  • Wartungsarme Technik
  • Mit fast jedem Heizsystem kombinierbar

Nachteile der Solarthermie

  • Als alleinige Heizung ungeeignet, eine zweite Wärmequelle ist nötig
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Ertrag abhängig von Dachlage und Sonnenstunden
  • Nur in Kombination förderfähig

Die Hybridlösung: Gas + Solar: Wer den kompletten Umstieg zur Solarthermie noch scheut, kann die vorhandene Gasheizung mit einer Solaranlage zur Hybridheizung aufrüsten. Die Sonne übernimmt dann einen Teil der Wärme und drückt den Gasverbrauch. Ein echter Gas-Ausstieg ist das jedoch nicht, denn die fossile Komponente und die Preisabhängigkeit bleiben.

Fernwärme: Heizen ohne eigene Heizung

Bei der Fernwärme sparen Sie sich die eigene Heizung fast komplett: Über ein regionales Netz kommt fertig erwärmtes Wasser ins Haus und versorgt die Heizkörper. Kein Kessel, wenig Installationsaufwand, kaum Wartung – bequemer lässt sich Gas kaum ersetzen.

Vorteile der Fernwärme

  • Geringe Anschaffungskosten, kein eigener Heizkessel
  • Kaum Wartungsaufwand und kein Platzbedarf im Haus
  • Unkomplizierter Anschluss ans Netz
  • Bei erneuerbarem Quellmix umweltfreundlich

Nachteile der Fernwärme

  • Nur verfügbar, wo ein Netz vorhanden ist
  • Laufende Kosten oft hoch, Bindung an einen einzigen Anbieter
  • Wärmeverlust bei langen Leitungen
  • Nachhaltigkeit hängt vom Energiemix des Versorgers ab
heatness PRO: Weniger Watt. Mehr Wärme.
heatness PRO: Weniger Watt. Mehr Wärme.

Welche Alternative zur Gasheizung passt zu welchem Gebäude?

Keine Alternative zur Gasheizung passt pauschal überallhin: Bauart, Dämmung und Nutzung des Gebäudes geben die Richtung vor:

  • Altbau mit schwacher Dämmung: Hier punktet die Holz- oder Pelletheizung, deren hoher Heizwert auch größere Wärmeverluste ausgleicht.
  • Gut gedämmter Neubau: Wärmepumpe, Infrarotheizung und Pelletheizung kommen voll zur Geltung und laufen mit erneuerbarer Energie.
  • Mietwohnung: Wo bauliche Eingriffe ausscheiden, sind Infrarotpaneele an Wand oder Decke die praktischste Wahl.
  • Gut gedämmtes Einfamilienhaus: Hier sind Sie kaum eingeschränkt – von Wärmepumpe über Holz und Solar bis zu Fernwärme oder Infrarot ist fast alles möglich.
  • Mehrfamilienhaus: Sinnvoll ist eine zentrale Lösung für alle Parteien, etwa eine große Pelletheizung oder ein Fernwärmeanschluss.

Fazit: Welche Alternative zur Gasheizung lohnt sich?

Die beste Alternative zur Gasheizung hängt vor allem vom Gebäude ab. Wer ein gut gedämmtes Haus besitzt, sollte zuerst die Wärmepumpe prüfen. Bei hohem Wärmebedarf im Altbau kann eine Pelletheizung sinnvoll sein. Fernwärme ist bequem, aber nur dort möglich, wo ein geeignetes Netz vorhanden ist. Solarthermie eignet sich vor allem als Ergänzung.

Eine Infrarotheizung lohnt sich besonders dann, wenn geringe Anschaffungskosten, einfache Montage und wartungsfreier Betrieb wichtig sind. Sie ist eine starke Lösung für gut gedämmte Räume, Mietwohnungen, einzelne Sanierungsbereiche, Zusatzheizungen und Gebäude mit Photovoltaik. Bei schlecht gedämmten Gebäuden sollte vorab geprüft werden, ob Heizlast und Stromverbrauch wirtschaftlich passen.

Neues Heizsystem Anschaffungskosten
Wärmepumpe ca. 15.000–40.000 €
Pelletheizung ca. 20.000–30.000 €
Infrarotheizung je Paneel ab ca. 199 €, Gesamtsystem meist niedriger
Solarthermie ca. 5.000–15.000 €
Fernwärme-Anschluss ca. 5.000–15.000 €
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FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Alternativen zur Gasheizung

Ja, eine Infrarotheizung kann eine sinnvolle Alternative zur Gasheizung sein, wenn Dämmung, Raumgröße und Nutzungsverhalten passen. Besonders geeignet ist sie für gut gedämmte Räume, Mietwohnungen, Badezimmer, Homeoffice, Ferienwohnungen, einzelne Sanierungsbereiche, Zusatzheizungen und Gebäude mit Photovoltaik.

Als alleinige Heizung im ungedämmten Altbau ist sie meist weniger geeignet und sollte nur nach genauer Heizlast- und Verbrauchsprüfung eingesetzt werden.

Nein. Eine funktionierende Gasheizung muss in der Regel nicht sofort ausgetauscht werden. Sie darf meist weiterbetrieben und repariert werden. Vorgaben entstehen vor allem dann, wenn eine neue Heizung eingebaut wird oder die alte Anlage nicht mehr repariert werden kann.

Da sich gesetzliche Vorgaben ändern können, sollte vor dem Heizungstausch immer der aktuelle Stand geprüft werden. Maßgeblich sind das Gebäudeenergiegesetz, die kommunale Wärmeplanung und die jeweils gültigen Förderbedingungen.

Ja, der Austausch einer Gasheizung kann über die Sanierungsoffensive (Abwicklung KPC) gefördert werden, etwa der Kesseltausch auf Biomasse, Wärmepumpe oder Fernwärme, ergänzt um Landesförderungen. Klassische Infrarotheizungen beziehungsweise Stromdirektheizungen erhalten im Rahmen der Heizungsförderung meist keinen Zuschuss. Die genaue Höhe und jeweiligen Voraussetzungen für Förderungen können sich jederzeit ändern. Prüfen Sie daher stets die aktuelle Situation in Ihrem Bundesland.

Ja, das ist möglich. Neben dem vollständigen Austausch gibt es die Gas-Hybridheizung, bei der Gas mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombiniert wird. Das senkt den Verbrauch, behält aber die fossile Komponente. Steht ein Netz zur Verfügung, ist auch der Wechsel auf Fernwärme ein unkomplizierter Weg.

Wandheizungen

Couch und Infrarot-Wandheizung

Deckenheizungen

Regal und Infrarotpaneel an der Decke

Mobile Infrarotheizung

Stuhl und mobile Infrarotheizung