Alternative zur Ölheizung: 5 Heizsysteme im Vergleich

Zuletzt aktualisiert am 13.08.2026
Autor: Bernhard Passler

Die Heizölpreise schwanken, die CO₂-Abgabe steigt Jahr für Jahr, und irgendwann wird der alte Ölkessel unzuverlässig. Wenn Sie an diesem Punkt stehen, fragen Sie sich vermutlich: Muss meine Ölheizung überhaupt raus, und wenn ja: Welches System passt zu meinem Zuhause? heatness zeigt Ihnen die 5 wichtigsten Alternativen im Vergleich und erklärt, welche Variante sich in welchem Fall lohnt.

Alternative zur Ölheizung
Alternative zur Ölheizung

Bildquelle: © Maxi_2015 – stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Alternativen: Die wichtigsten Alternativen zur Ölheizung sind Wärmepumpe, Pelletheizung, Fernwärme, Brennstoffzellenheizung und Infrarotheizung.

  • Austauschpflicht: Eine pauschale Austauschpflicht gibt es nicht. Funktionierende Anlagen dürfen weiterlaufen, Pflichten für den Einbau von umweltverträglicheren Heizsystemen entstehen meist erst beim Neueinbau oder nach einem Defekt.
  • Förderungen: Wärmepumpe, Biomasse und Fernwärme werden staatlich gefördert.

  • Kosten: Je nach System liegen die Kosten grob zwischen rund 6.000 und über 30.000 Euro, jeweils vor Förderung.

  • Unterschiedliche Stärken: Die Wärmepumpe punktet im gut gedämmten Haus, die Pelletheizung beim hohen Wärmebedarf im Altbau, und die Infrarotheizung in gut gedämmten Räumen, als Zusatzheizung oder zusammen mit Photovoltaik.

Welche Alternativen zur Ölheizung gibt es?

Die fünf wichtigsten Alternativen zur Ölheizung sind: Wärmepumpe, Holz-/Pelletheizung, Infrarotheizung, Brennstoffzellenheizung (mit Biogas betrieben) und Fernwärme. Welche davon zu Ihnen passt, entscheiden das Alter und die Bauart Ihres Gebäudes, der Dämmstandard und der jeweilige Strom- oder Brennstoffpreis.

Heizsystem Anschaffung Betriebskosten Effizienz Nachhaltigkeit Förderfähig
Wärmepumpe hoch gering sehr hoch hoch ja
Holz-/Pelletheizung hoch gering hoch hoch (mit Feinstaub-Vorbehalt) ja
Infrarotheizung gering mittel (dämmungs- und strompreisabhängig) hoch am Einsatzort abhängig vom Strommix nein
Brennstoffzellenheizung hoch mittel hoch nur mit Biogas teils
Fernwärme gering mittel abhängig vom Netz abhängig vom Quellmix ja

Wärmepumpe als Alternative zur Ölheizung

Eine Wärmepumpe eignet sich am besten in gut gedämmten Gebäuden, da sie dort ihren vollen Effizienzvorteil ausspielt.  Sie gewinnt ihre Energie aus der Umwelt: Sie zieht Wärme aus Luft, Erde oder Wasser und hebt sie mit etwas Strom auf ein nutzbares Niveau. Fossile Brennstoffe braucht sie dafür nicht.

Ganz billig ist dieser Komfort allerdings nicht: Anschaffung und Installation sind teuer, und wie hoch die laufenden Kosten ausfallen, hängt zusätzlich von Ihrem Stromtarif ab. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Heizen mit einer Wärmepumpe.

Holz- und Pelletheizung als Alternative zur Ölheizung

Eine Holz- oder Pelletheizung eignet sich vor allem für Altbauten mit hohem Wärmebedarf, die ganz auf fossile Brennstoffe verzichten möchten. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, die Brennstoffkosten sind vergleichsweise niedrig, und dank der hohen Heizleistung kommt das System auch im Altbau gut zurecht.

Dem stehen allerdings spürbare Nachteile gegenüber. Die Anschaffung ist teuer und der Wartungsaufwand höher als bei anderen Systemen. Zudem benötigen Sie für Pellets oder Scheite entsprechenden Lagerplatz. Die oft genannte CO₂-Neutralität gilt zudem nur eingeschränkt, da bei der Verbrennung Feinstaub entsteht. Mehr Details zu diesem Heizsystem finden Sie in unseren Ratgebern zur Holzheizung sowie zur Pelletheizung.

Lohnt sich eine Infrarotheizung als Ölheizungs-Ersatz?

Eine Infrarotheizung eignet sich als Ölheizungs-Ersatz vor allem in gut gedämmten Gebäuden, im Neubau oder als Zusatzheizung zu einem bestehenden System. Sie läuft mit Strom und gibt ihre Wärme über flache Paneele als Strahlung ab, statt die Raumluft aufzuheizen. Erwärmt werden gezielt Flächen und Gegenstände im Raum, die die Wärme anschließend zurückgeben. Eine zentrale Heiztherme entfällt, da jedes Paneel eigenständig heizt.

Die drei größten Vorteile der Infrarotheizung:

  • niedrige Anschaffungskosten,
  • einfache Montage ohne bauliche Eingriffe, und
  • wartungsfreier Betrieb über die gesamte Lebensdauer.

In Kombination mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage lässt sich ein relevanter Teil des Strombedarfs selbst decken.

Der Dämmstandard des Gebäudes entscheidet über die Wirtschaftlichkeit der Infrarotheizung. In schlecht gedämmten Altbauten steigt der Stromverbrauch der Infrarotheizung spürbar, da die Wärme schneller entweicht. Gut gedämmte Neubauten, sanierte Bestandsgebäude oder einzelne Zusatzräume (z. B. Bad, Homeoffice) sind daher der ideale Einsatzbereich.

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Brennstoffzellenheizung als Alternative zur Ölheizung

Eine Brennstoffzellenheizung eignet sich für alle, die Wärme und Strom gleichzeitig erzeugen möchten – ihre Umweltbilanz überzeugt aber nur mit Biogas. Meist läuft sie mit Erdgas, lässt sich aber auch mit Biogas betreiben. Im Betrieb ist sie leise und wartungsarm.

Mit Erdgas bleibt die Heizung allerdings ein fossiles System. Hinzu kommen der hohe Anschaffungspreis und die begrenzte Lebensdauer der Brennstoffzelle selbst.

Fernwärme als Alternative zur Ölheizung

Fernwärme eignet sich vor allem dort, wo ein Netz verfügbar ist und Komfort im Vordergrund steht. Sie beziehen fertig erwärmtes Wasser aus einem regionalen Netz – ein eigener Heizkessel entfällt, Anschluss und Installation sind unkompliziert, Wartungskosten fallen kaum an.

Wie nachhaltig und wirtschaftlich Fernwärme ist, hängt allerdings stark vom Anbieter ab. Entscheidend sind der Energiemix und die Länge der Leitungen, denn auf langen Wegen geht Wärme verloren. Außerdem binden Sie sich an einen einzigen Versorger.

Der rechtliche Rahmen: Müssen Ölheizungen raus?

Vorweg die wohl wichtigste Klarstellung: Ihre funktionierende Ölheizung müssen Sie nicht sofort austauschen. Verpflichtungen entstehen vor allem dann, wenn Sie eine Heizung neu einbauen.

In Österreich regelt das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) den Umgang mit fossilen Heizungen. Öl- und Gassysteme sind nur im Neubau verboten; für den Bestand gibt es keine bundesweite Austausch- oder Stilllegungspflicht und kein fixes Enddatum. Einzelne Bundesländer können allerdings über eigene Gesetze strengere Regeln vorsehen, weshalb sich für einen konkreten Standort ein Blick in die jeweilige Landesregelung lohnt.

Gibt es Förderungen für den Ölheizungs-Austausch?

Ja, der Austausch wird gefördert, allerdings je nach System unterschiedlich. Die Förderung läuft 2026 über die Sanierungsoffensive (Abwicklung KPC). Gefördert wird der Kesseltausch auf Biomasse (bis 8.500 €), Wärmepumpe (bis 7.500 €) oder Fernwärme (bis 6.500 €), kombinierbar mit Landesförderungen. Infrarotheizungen sind in Österreich nicht förderfähig.

Wie viel von Ihrer Investition am Ende übrig bleibt, hängt natürlich auch davon ab, wie viel das neue System kostet. Die folgenden Werte geben Ihnen eine grobe Orientierung, jeweils vor Förderung:

Neues Heizsystem Anschaffungskosten
Wärmepumpe ca. 15.000–40.000 €
Pelletheizung ca. 20.000–30.000 €
Infrarotheizung je Paneel ab ca. 199 €, Gesamtsystem meist niedriger
Brennstoffzellenheizung ca. 20.000–35.000 €
Fernwärme-Anschluss ca. 5.000–15.000 €

Der Vorteil einer Infrarotheizung liegt somit vor allem in den niedrigen Anschaffungskosten, dem wartungsfreien Betrieb und der GEG-Konformität bei gut gedämmten Gebäuden – auch ganz ohne Förderung.

heatness PRO: Weniger Watt. Mehr Wärme.
heatness PRO: Weniger Watt. Mehr Wärme.

Fazit: Welche Alternative zur Ölheizung passt zu Ihnen?

Die eine perfekte Alternative gibt es nicht, denn entscheidend ist Ihre Ausgangslage. In einem gut gedämmten Haus ist die Wärmepumpe meist die wirtschaftlichste Lösung. Bei hohem Wärmebedarf im Altbau spielt die Pelletheizung ihre Stärken aus, und wo ein Netz verfügbar ist, kann sich der Anschluss an die Fernwärme lohnen.

Die Infrarotheizung ist immer dann interessant, wenn niedrige Anschaffungskosten, eine einfache Montage und ein wartungsfreier Betrieb zählen, also in gut gedämmten Räumen, im Neubau, als Zusatzheizung oder zusammen mit Photovoltaik. Eine Förderung gibt es dafür zwar nicht, dafür bleibt der Einstieg günstig.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Alternativen zur Ölheizung

Der Austausch einer alten Ölheizung ist vor allem sinnvoll, da die Ölheizung als fossiles System die schwächste Klimabilanz der gängigen Heizungen hat und die CO₂-Kosten weiter steigen. Heizöl wird dadurch über die Jahre planbar teurer, und auch der gesetzliche Rahmen schränkt Neueinbauten zunehmend ein. Eine effizientere Alternative senkt langfristig Emissionen und Betriebskosten.

Eine Infrarotheizung kann durchaus eine Alternative zur Ölheizung sein. Sie ist günstig in der Anschaffung, wartungsfrei und am Einsatzort effizient. Am besten passt sie in gut gedämmte Räume, in den Neubau, als Zusatzheizung oder in Kombination mit Photovoltaik. Weniger geeignet ist eine Infrarotheizung als alleinige Heizung im ungedämmten Altbau.

Nur bedingt. Eine Gasheizung erreicht zwar einen hohen Wirkungsgrad, bleibt aber ein fossiles System mit ähnlicher Klimabilanz und ebenfalls steigenden CO₂-Kosten. Im Neubau ist Gas vielerorts bereits nicht mehr zulässig, weshalb es sich als langfristiger Ersatz für Öl kaum eignet.

Im Altbau mit hohem Wärmebedarf eignen sich vor allem Holz- oder Pelletheizung. Eine Infrarotheizung kommt dort eher als Zusatzheizung infrage oder dann, wenn der Altbau bereits gut gedämmt ist, weil sonst die Stromkosten steigen.

Ja, eine Ölheizung lässt sich umrüsten. Meist wird die Gasheizung als Alternative zur Ölheizung gewählt, da hier verhältnismäßig geringe Umbauarbeiten notwendig sind. Aber auch das Umrüsten auf andere Heizungssysteme ist problemlos möglich.

Autor: Bernhard Passler, heatness® GmbH

Bernhard Passler | Vertriebsleiter heatness GmbH

Bernhard Passler ist Vertriebsleiter der österreichischen heatness® GmbH mit Sitz in Wien. Er verantwortet die Vertriebsstrategie des Unternehmens sowie die Vermarktung der Infrarotheizsysteme im DACH-Raum. Als Branchenexperte teilt er regelmäßig sein Fachwissen über energieeffiziente, nachhaltige und komfortable Heizlösungen für den österreichischen Wohnbau.

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