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Gasheizung: Funktionsweise, Vor- & Nachteile 2019-02-07T17:17:40+00:00
Heizungsanlage mit Gas

Gasheizung: Funktionsweise, Vor- & Nachteile

Die Gasheizung ist eine der beliebtesten Heizsysteme, denn manche Modelle sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, simpel im Betrieb, zuverlässig und (ohne Gaskessel) klein und unauffällig. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Funktionsweise der Gasheizung und Brennwerttechnik, den Vor- und Nachteilen, den Kosten und Fördermöglichkeiten, der Umweltfreundlichkeit und zu guter Letzt mit der Kombination mit einer Infrarotheizung.

Funktionsweise der Gasheizung

Bei einer Gasheizung wird (meistens) ein Gemisch aus Propan oder Butan verbrannt. Die Wärme, die bei diesem Verbrennungsvorgang entsteht, wird an einen Wärmeträger, zumeist Wasser, übertragen. Somit steht Warmwasser für das Heizsystem als auch warmes Gebrauchswasser zur Verfügung. Das Gas kommt entweder von einem Gasanschluss oder von einem Flüssiggastank.

Weiters hat man die Wahl zwischen Therme und Kessel. Bei einer Gastherme – so wird das Gas-Wandheizgerät meistens genannt – wird das Wasser durch einen Durchlauferhitzer erwärmt, sobald es gebraucht wird. Der Gasheizkessel kann erwärmtes Wasser speichern. Das eignet sich für Haushalte, in denen viel Warmwasser auf einmal benötigt wird. Wird es nicht gebraucht, kann es wieder abkühlen und die aufgebrachte Energie geht verloren.

Mehr Effizienz: Brennwerttechnik

Umgangssprachlich unterscheidet man zwischen Heizwert- und Brennwertgasheizungen. Der Brennwert bezeichnet den im Gas chemisch gebundenen Energiewert, während der Heizwert die als Heizung genutzte Energie bezeichnet. Der Heizwert ist immer geringer als der Brennwert, was mit den Energieverlusten zu tun hat, die bei der Kondensation der Rauchgase zu tun hat.

Die Brennwerttechnik holt diese Energie aus der Kondensation zurück und nutzt auch sie für die Heizwärme. So geht weniger im Gas enthaltene Energie verloren und man muss weniger Brennstoff zuführen, um dieselbe Heizkraft zu erhalten, wie bei Heizwertanlagen. Solche Brennwertkessel kommen nicht nur bei der Gasheizung vor, sondern können (im privaten Bereich) auch bei Öl- und Pelletheizungen eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Heizungsanlage mit Gas

VorteileNachteile
  • Bei Gasanschluss: wenig Platz nötig
  • Guter Wirkungsgrad
  • Zuverlässigkeit
  • Kombinationsmöglichkeiten
  • Förderung für Brennwertkessel
  • Teurer Gasanschluss oder genügend Platz nötig
  • Ungewisse Preisentwicklungen
  • Nutzung fossiler Brennstoffe
  • Schlechte Umweltbilanz
  • Abhängigkeit vom Gasnetz
  • Leitungs- und Kesselverluste senken den Wirkungsgrad
  • Einige Modelle sind sehr teuer in der Anschaffung

Kosten: Anschaffung, Betrieb, Wartung (im Einfamilienhaus)

Bei den Kosten für eine Neuanschaffung einer Brennwertgasheizung bewegt man sich in etwa bei der EUR 15.000,- Marke. Das Brennwertgerät selbst kommt zwar nur auf etwa EUR 3.000-4.000,-, wozu sich aber noch Kosten für Kaminsanierung, Warmwasserspeicher, Montage und Gasanschluss bzw. für den Flüssiggastank gesellen.

Hinzu kommen die Kosten für Wartung und Instandhaltung und selbstverständlich jene für das Gas. Noch ist Gas einer der günstigeren Brennstoffe für Heizungen, im Vergleich etwa zu Öl. Dass das so bleibt, ist allerdings nicht garantiert. Preise für fossile Brennstoffe sind stark im Schwanken begriffen und angesichts der wirtschaftlichen und politischen Interessenskonflikte, die an Erdöl und -gas hängen, bleibt die Zukunft der beiden Stoffe bzw. der Zugang zu ihnen ungewiss, ganz abgesehen davon, dass sie ohnehin endlich sind.

Förderung für eine neue Gastherme

Förderungen für Gasheizungen gibt es in Österreich kaum. Sie kann höchstens in Form einer Sanierungsförderung angesucht werden, wenn im Rahmen der Renovierung der alte Gaskessel durch ein Brennwertgerät ausgetauscht wird. So weit zumindest von Seiten des Bundes. Die Länder haben eigene Fördertöpfe und Möglichkeiten, die man zu Rate ziehen kann.

Außerdem bieten Gasanbieter Prämien an, wenn man das alte Gerät durch ein neues austauscht. Diese Programme werden zum Teil durch die Landesstellen finanziell unterstützt. In Niederösterreich ist die Förderung des Heizkesseltauschs beispielsweise nur möglich, wenn er durch eine Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energie ausgetauscht wird.

Gasanschluss vs. Gastank

Ein Problem bei der Installation einer Gasheizung kann die Gasversorgung darstellen. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten: entweder, der Haushalt ist an das örtliche Gasversorgungsnetz angeschlossen, wenn das nicht der Fall ist, braucht man einen eigenen Gastank. Für den braucht man allerdings genügend Platz, da er aus Sicherheitsgründen nicht einfach frei aufgestellt werden darf. Sind beide Möglichkeiten ausgeschlossen, ist es nicht möglich, mit Gas zu heizen.

Kann eine Gaszentralheizung gefährlich werden?

In einer Gasheizung findet eine Verbrennung statt, die eine stete Zufuhr des Brennstoffs benötigt. Geht die Flamme aus, kann es vorkommen, dass die Zufuhr nicht gestoppt wird und Gas austritt, was zu einer Explosion führen kann. Daher werden Gasthermen mit einer Zündsicherung ausgestattet. Sie sorgt dafür, dass die Flamme eine Thermospannung auf ein Thermoelement bringt, das ein Magnetventil offen hält.

Ist keine Flamme mehr da, kühlt das Thermoelement aus und das Magnetventil geht zu. Passiert diese Kühlung zu träge, kann allerdings trotz allem Gas austreten. Ein minimales Restrisiko besteht immer. Bei einer Anlage mit Flüssiggastank sind zudem Sicherheitsvorschriften, wie Mindestabstände, einzuhalten. Der Tank darf sich nicht zu nah am Haus befinden und wird oft im Garten in einer gewissen Tiefe vergraben.

Umweltfreundliche Heizmöglichkeit

Wie bereits angeschnitten, ist eine Gasheizung nicht unbedingt eine nachhaltige Heizmöglichkeit. Auch, wenn sie diese effizient einsetzt, wird sie noch immer mit fossilen Brennstoffen betrieben und diese sind nun mal endlich. Ihre Kombinationsmöglichkeit mit einer Solarheizung zur Warmwasserbereitung wird ebenso gerne als umweltfreundliche Heizart forciert, jedoch ist man auch dann noch immer vom Brennstoff Gas abhängig.

Gaszentralheizung mit Infrarotunterstützung

Eine Infrarotheizung ist so gut wie mit jedem Heizsystem kombinierbar. Ihre Flexibilität erlaubt ihren Einbau und den Genuss ihrer Vorteile, egal, welche Zentralheizung für die Grundwärme sorgt. Während in manchen Räumen die Gasheizung absolut ausreicht, möchte man in anderen Räumen vielleicht ein bisschen mehr angenehme und wohnliche Wärme. Diese wird dann von den Paneelen ausgestrahlt.

Sollen die Infrarotpaneele nicht nur vereinzelt zum Einsatz kommen, sondern flächendeckendere Heizkraft spenden, kann man eine Gasetagenheizung mit ihnen kombinieren. Während bei Einfamilienhäusern allerdings doch eher auf Zentralheizungen gesetzt wird, kann es bei Mehrparteienhäusern durchaus sein, dass eine der Parteien lieber Infrarotpaneele installiert, als den vorhandenen Gasanschluss zu nutzen.

Mit einem Gasanschluss kompakt und klein, mit einem Flüssiggastank etwas klobig – egal, wie die Gasheizung aussieht, sie arbeitet zuverlässig und effektiv, nur leider mit fossilen Brennstoffen. Dafür ist sie dazu imstande den Heizbedarf zu 100% zu decken. Wenn man allerdings doch ab und an in einzelnen Räumen ein wenig angenehme und gesunde Strahlungswärme beziehen möchte, ist die Kombination mit einer Infrarotheizung jederzeit möglich.