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Heizen mit Infrarot 2019-02-25T15:38:30+00:00

Heizen mit Infrarot: Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Herkömmliche Heizsysteme heizen dank der sogenannten Konvektion. Die aufgewärmte Luft vom Heizkörper steigt auf, erwärmt die oberen Teile des Raumes, kühlt dort ab, sinkt wieder Richtung Boden und wird dort wiederum aufgewärmt. Eine Infrarotheizung heizt dagegen mithilfe von direkter Wärmestrahlung Gegenstände und Luft auf und erwärmt den Raum gleichmäßig.

Was es mit dem Heizen mit Infrarot im Detail auf sich hat, können Sie hier nachlesen. Wir behandeln die Funktionsweise der Infrarotheizung und ihrer Strahlung und was es beim Kauf, bei der Installation und beim Betrieb zu beachten gibt.

Heizen mit Infrarot
Im Vergleich zur Konvektionsheizung heizt die Infrarotheizung mithilfe von direkter Wärmestrahlung

Funktionsweise der Infrarotheizung

Dank der Strahlen der Infrarotpaneele erwärmen sich statt der Luft die festen Körper im Raum. Während es im Gegensatz dazu bei herkömmlichen Heizungen zu erheblichen Wärmeverlusten bei Erzeugung und Transport kommt, können Infrarotheizungen mit der gesamten zugeführten Energie arbeiten.

Dazu erwärmt sich eine Infrarotheizung sehr stark. Mindestens 85 und bis zu 105 Grad Celsius bekommt so eine Heizplatte, damit sie die entsprechende Infrarotstrahlung abgeben kann.

Wo eignet sich eine Infrarotheizung?

Vor dem Einsatz einer Infrarotheizung sollte man sich fragen, ob das Gemäuer überhaupt dafür geeignet ist, kosten- und energieeffizient mit einer solchen Heizung ausgestattet zu werden. Tatsächlich ist diese Frage allerdings leicht beantwortet, denn es gibt nur wenige Orte, an denen sich die Heizpaneele nicht einsetzen lassen. Hauptsächlich kommt es dabei auf die Dämmung, die Raumgröße und den Heizbedarf an.

Raumgröße im Verhältnis zur Leistung und Größe der Infrarotpaneele

Folgende Tabelle gibt Auskunft darüber, wie groß die Räume sein können, die mit den jeweiligen Plattengrößen und -leistungen beheizt werden können. Eine Infrarotheizung, die einen Raum mit etwa 15 m2 beheizen soll, sollte schon an die 800 Watt Leistung aufbringen können. Ist der Raum in mehrere Außenwände eingefasst, sollte tendenziell eher zu einem größeren Modell gegriffen werden.

Größe der
Heizung
beheizbare
Raumgröße*
AbmessungenElektrische
Leistung
15 m²60 x 120 cm800 Watt
10 m²60 x 90 cm600 Watt
7 m²60 x 60 cm400 Watt
5 m²30 x 120 cm400 Watt
4 m²30 x 90 cm300 Watt

Dämmung und Zustand des Gebäudes

Viele fragen sich, ob eine elektrische Infrarotheizung im Altbau überhaupt betrieben werden kann bzw. sollte. Tatsächlich ist es so, dass die Infrarotheizung (wie jedes andere Heizungssystem auch) mehr Energie benötigt, wenn das Gebäude schlecht gedämmt ist und wenn der Raum noch dazu von vielen dieser schlecht gedämmten Außenwände gesäumt ist. Handelt es sich allerdings um einen frisch renovierten und sanierten Altbau, kann ohne weiteres eine Infrarotheizung eingesetzt werden, die schlussendlich sogar dabei hilft, Schimmelbildung im alten Gemäuer vorzubeugen.

Im Bad und Schlafzimmer: ideale Einsatzorte

Das Bade- und Wohnzimmer sind Orte, an denen üblicherweise mehr Wärme benötigt wird, als in anderen Räumen einer Wohnung. Die Infrarotpaneele können dort als Unterstützung der Zentralheizung fungieren – im Badezimmer als Handtuchhalter oder in Form einer Spiegelheizung, im Schlafzimmer als entspannendes, optisch ansprechendes Wandbild, oder in schlichtem schwarz oder weiß. Besonders im Badezimmer sind Infrarotheizungen von Vorteil, da sie die Bausubstanz trocken halten und Schimmelbildung vorbeugen können.

Infrarotheizung WC Anwendung

im WC

Infrarotheizung Wohnzimmer Anwendung

im Wohnzimmer

Infrarotheizung Schlafzimmer Anwendung

im Schlafzimmer

Infrarotplatte: wo platzieren, wie aufstellen und wie anbringen?

Infrarotpaneele sollten so im Raum platziert werden, dass möglichst der ganze Raum mit Wärmestrahlung versorgt werden kann. Man kann sich das so vorstellen, dass die Platte Strahlung in einem Abstrahlwinkel von etwa 130° nach vorne abgibt. Zweigt der Raum beispielsweise um die Ecke ab, erreicht die Strahlung diese Teile des Raumes nicht direkt und es muss eventuell mit einer zweiten Platte nachgeholfen werden.

Man hängt oder stellt die Platte also möglichst zentral bzw. an der kurzen Seite des Raumes auf. Anbringen kann man die Platte mithilfe der mitgelieferten Schrauben, Dübeln und Vorrichtungen. Eine Schablone hilft dabei, die Löcher für die Dübel an die richtige Stelle zu bohren. Der Anschluss kann einfach extern über die Steckdose erfolgen, oder aber man lässt das Kabel innerhalb der Wand verlaufen und direkt an den Stromanschluss anschließen. Das sollte allerdings dem Fachunternehmen überlassen werden.

Vor- und Nachteile einer Infrarotheizung im Überblick

Vorteile von InfrarotheizungenNachteile von Infrarotheizungen
+ Geringe Anschaffungskosten– Teurer Betrieb bei ungünstigem Stromtarif und unsaniertem Gebäude
+ Hohe Flexibilität– Hohe Emissionswerte bei Strom aus fossilen Energieträgern
+ Spendet angenehme Wärme
+ Schnelle Reaktionszeit
+ Beugt Schimmelbildung vor
+ Sorgt für gesundes Raumklima
+ Niedrige Raumtemperatur bei hoher gefühlter Temperatur
+ Hoher Wärmegrad
+ Lange Lebensdauer
+ Emissionsfreies Heizen bei PV-Betrieb oder Ökostromanschluss
Infrarotheizung Montagevarianten

Das Material und die verschiedenen Varianten

Beim Material hat man bei der Infrarotheizung drei verschiedene Möglichkeiten: Aluminium, Glas oder Keramik. Jede dieser Varianten zeigt unterschiedliche Vorzüge. Glas ist beispielsweise designtechnisch am flexibelsten, während Keramik als das Material gilt, das die Wärme am besten verströmen kann. Außerdem hat man die Wahl zwischen Wand-, Stand- und Deckenheizungen. Diese Varianten ermöglichen den flexiblen Einsatz der Infrarotpaneele, je nachdem, wo man am besten Platz hat.

Aufheizzeit einer Infrarotheizung

Je nach Modell braucht eine Infrarotheizung etwa 5 bis 20 Minuten, um so heiß zu sein, dass sie die gewünschte Strahlung abgeben kann. Platten aus Aluminium sind etwas schneller heiß als jene aus Keramik oder Glas, wohingegen Keramikpaneele eine bessere Wärmeleitfähigkeit und Emissivität aufweisen. Ist schneller Heizbedarf gewünscht, ist eine Infrarotheizung also ideal – in unter einer halben Stunde (je nach Ausgangstemperatur) einen Raum zu heizen, ist nicht jeder Heizung Sache.

Kosten und Stromtarife beim Heizen mit Infrarot

Die Elektroheizungen, zu denen die Infrarotheizung ja gehört, ist etwas in schlechten Ruf geraten, denn Heizen mit Strom gilt gemeinhin als „Verschwendung“ der elektrischen Energie. Thermische Energie müsse anders gewonnen werden, als direkt den Strom dafür herzunehmen, meint man. Tatsächlich stellt allerdings die Nutzung des Stroms via Infrarotheizung eine Heizvariante dar, die einen besonders hohen Wirkungsgrad erzielt. Das bedeutet, dass die Energie besonders verlustarm umgewandelt wird.

Ob eine Infrarotheizung kostentechnisch attraktiv ist, kommt hauptsächlich auf den aktuellen Strompreis an. Während man sich über sehr geringe Anschaffungskosten freuen kann

Bei den Betriebskosten kommt es auf mehrere Faktoren an. Zunächst natürlich auf die Leistung des Paneels, die wiederum hauptsächlich von Raumgröße und Raumhöhe abhängig ist. Wie intensiv die Heizung arbeiten muss, hängt von der Isolierung des Gebäudes, der Anzahl der Außenwände im Raum, der Qualität des Infrarotpaneels und dem Montageort ab.

Bei einem Raum

  • mit einer Größe von etwa 20 m2 und einer Deckenhöhe von 2,5 m,
  • in einem gut gedämmten Gebäude (Baujahr 2004 und jünger)
  • einem Wattzahlbedarf von etwa 25 Watt / m3
  • bei durchschnittlicher Nutzung etwa 10 h pro Tag
  • und einem Strompreis von 20 ct pro kWh

kommen Sie für das eine Heizpaneel auf Betriebskosten von etwa EUR 75,- pro Monat.

Nachgerechnet

20 m2 x 2,5 m = 50 m3 Heizvolumen

50 m3 x 25 Watt = 1250 Watt = 1,25 kW

1,25 kW x 300h Heizbedarf / Monat = 375 kWh pro Monat

375 kWh x EUR 0,20 = EUR 75,- Heizkosten pro Monat

Die Kombination mit anderen Heizungen

Prinzipiell ist jede Heizung mit einem Infrarotpaneel kompatibel. Sobald in einem Raum etwas mehr Heizbedarf herrscht, üblicherweise im Badezimmer oder Schlafzimmer, kann dieser durch eine Infrarotplatte ausgeglichen werden, statt das gesamte Zentralheizungssystem hochzuschalten. Besonders gut eignet sich die Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Solarheizung. Diese können, wenn es besonders kalt wird, den Heizbedarf unter Umständen nicht mehr allein stemmen, wobei ihnen die Infrarotstrahlung zu Hilfe kommen kann.

Insbesondere wollen wir abschließend auf die Kombination zwischen Infrarotheizung und Photovoltaikanlage hinweisen, da diese eine umweltfreundliche Möglichkeit darstellt, die Elektroheizung zu betreiben. Außerdem steigert man dadurch den Eigenverbrauch bei der PV-Anlage, was bezüglich staatlicher Förderungen finanziell von Vorteil sein kann.

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