>>Verbrauch einer Infrarotheizung: Berechnen Sie die Heizleistung Ihrer Infrarotheizung
Verbrauch einer Infrarotheizung: Berechnen Sie die Heizleistung Ihrer Infrarotheizung 2018-09-15T14:23:36+00:00
Heizleistung der Infrarotheizung berechnen

Verbrauch einer Infrarotheizung: Berechnen Sie die Heizleistung Ihrer Infrarotheizung

Heizen mit Strom ist teuer und Infrarotheizungen lohnen sich nicht – oder? Die Antwort auf diese Frage bekommt man nur, indem man den potenziellen Verbrauch einer Infrarotheizung in den eigenen vier Wänden berechnet. Wie das geht und warum die Infrarotheizung konventionellen Heizungen bei den laufenden Kosten vielleicht doch etwas voraushaben könnte, lesen Sie hier.

Verbrauch der Infrarotheizung berechnen: Darauf kommt es an

In einer gut gedämmten Wohnung verbrauchen Infrarotheizungen pro Quadratmeter deutlich weniger Strom als in einem schlecht isolierten Altbau – soweit kaum überraschend. An dieser Stelle endet die Rechnung natürlich nicht: Wattzahl, Stromkosten und die Raumgröße sollte man sich doch etwas genauer ansehen.

Wattzahl: Wie viel Watt pro Quadrat- bzw. Kubikmeter?

Die meisten Rechner, die man online findet, basieren auf der Quadratmeterzahl der zu beheizenden Fläche. Bei einer zuverlässigen Angabe des Herstellers ist das für Zusatzheizungen in Ordnung. Wir empfehlen für eine genauere Berechnung, diese nach Kubikmetern durchzuführen, vor allem, wenn Sie die Infrarotheizung als Vollheizung einsetzen wollen. Gerade dann spielt nämlich die Raumhöhe eine wesentliche Rolle.

Auf unserer Website finden Sie die Berechnung ebenfalls in Quadratmetern, damit Sie sich die Raumgröße besser vorstellen können. Das ist besonders praktisch, wenn Sie die Infrarotheizung als Zusatzheizung einsetzen wollen. Letztendlich gilt: Je genauer die Werte, desto aussagekräftiger das Ergebnis.

Wie viel Watt für einen Raum bzw. eine Wohnung benötigt werden, hängt stark davon ab, aus welchem Material und in welchem Zustand das Gebäude ist. Diese Faktoren wiederum basieren in der Regel oft auf dem Alter des Hauses. Orientieren können Sie sich bei Neubauten an folgenden Werten:

  • Passivhaus- und Niedrigenergiehaus: 20-25 Watt/m³
  • Neubau/Gasbeton, Ziegel oder Massivholz: 25-30 Watt/m³

In einem Altbau steigen die benötigten Wattzahlen, da das Gebäude weniger günstige Voraussetzungen mitbringt. Bewährt hat sich für diverse Bauvarianten von Altbauten ein Bereich von mindestens 30 Watt/m³. Diese Werte stellen, wie erwähnt, nur eine erste Orientierung dar. Genauere Angaben liefert unser Verbrauchsrechner.

Stromkosten

Ein nicht zu verachtender Vorteil am Heizen mit Strom ist: Elektrizität kann aus erneuerbaren Energien gewonnen werden und ist damit eine nachhaltigere Option als Gas oder Öl – Ressourcen, die nicht unbegrenzt lange zur Verfügung stehen werden.

Allerdings können Strompreise je nach Region und Anbieter auch signifikant schwanken, sodass der Kostenfaktor bei Elektroheizungen nicht überall gleich ausfällt. In Österreich werden aktuell 14-23 Cent pro Kilowattstunde (kWh) fällig – ein Vergleich ist also durchaus lohnend.

Übrigens: Sie können bei einer Infrarotheizung die Stromkosten oft schon allein dadurch senken, dass Sie das Thermostat präzise einstellen und um 1-5°C heruntersetzen. Auf lange Sicht bedeutet das pro Grad Celsius circa 6-7 Prozent Ersparnis.

Hinzu kommt, dass Sie beim Heizen mit Infrarot meist nicht pro Heizstunde Strom verbrauchen, sondern vielmehr in Intervallen. In einem durchschnittlich bis gut isolierten Raum reicht eine Aufwärmphase von 20-30 Minuten pro Stunde. Je nach Ihrem persönlichen Wärmebedarf müssen Sie also nicht unbedingt mit vollen 60 Minuten Heizbedarf rechnen.

Größe des Raumes

Eine gängige Angabe, was als Standardleistung bei Infrarotheizungen gilt, ist 300-900 Watt für den durchschnittlichen Wohnraum. Allerdings hängt diese Einschätzung stark davon ab, zu welchem Nutzen das Heizelement gebraucht wird.

Soll zum Beispiel ein kleiner Raum durch ein zusätzliches Infrarotpaneel erwärmt werden, sind Sie mit dem unteren Ende dieser Skala bestens bedient. In einem großen Raum, den Sie nur mit Infrarot heizen möchten, brauchen Sie gegebenenfalls deutlich mehr als 900 Watt. Rechnen Sie unabhängig von der Raumgröße außerdem etwa 200 Watt als Puffer ein, um für jeden Bedarf gerüstet zu sein.

In großen Räumen ist es empfehlenswert, mehrere Infrarotheizelemente mit geringer Wattzahl zu kombinieren. Auf diese Weise können sich die Wärmewellen gegenseitig ergänzen und erzeugen einen geringeren Verbrauch, da nicht ein einziger Heizkörper allein die volle Leistung bringen muss.

Heizrechner: So berechnen Sie Leistung und Kosten einer Infrarotheizung

Ein ausschlaggebender Faktor, was die Heizkosten einer Infrarotheizung betrifft, ist die Leistung. Hier erklären wir, wie Sie die Wattzahl möglichst genau eingrenzen und damit die zu erwartenden Heizkosten berechnen können.

Benötigte Heizleistung der Infrarotheizung berechnen

Vorweg sei gesagt: Aus dem nachfolgenden Beispiel ist das Badezimmer ausgenommen. Denn in diesem Raum besteht durchschnittlich ein um 4°C höherer Heizbedarf als in den Wohnräumen. Abgesehen davon lässt sich jedoch die ungefähre Heizleistung, die in der Wohnung benötigt wird, wie folgt berechnen.

Nehmen wir an, Sie möchten 44 m² Wohnfläche vollständig mit Infrarot beheizen. Die Wohnung befindet sich in einem Ziegel-Neubau, die Decken haben eine Standardhöhe von 2,5 m. Ausgehend von den anfänglichen Angaben können wir also von ca. 30 Watt pro m³ ausgehen. Bei 110 m³ ergibt sich ein Bedarf von 3300 Watt für die gesamte Wohnung. Diese Heizleistung müsste auf mehrere Paneele aufgeteilt und diese strategisch klug im Wohnbereich platziert werden.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass der obige Fall eben nur ein theoretisches Beispiel ist, was die daraus entstehenden Kosten betrifft. Denn schließlich besteht nicht in jedem Raum der gleiche Heizbedarf, und nicht jeder Raum wird gleich lang genutzt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wird es nun erst recht interessant: Was bedeutet das für die Heizkosten?

Heizkosten der Infrarotheizung berechnen

Sind die Anschaffungs- und Installationskosten erledigt, fallen bei einer Infrarotheizung nur noch die Stromkosten an. „Nur“ ist hier natürlich relativ – das falsche Heizverhalten kann die Stromrechnung unnötig in die Höhe schnellen lassen. Die Kosten berechnen Sie im Wesentlichen in drei Schritten:

  • Schritt 1: die Wattzahl pro Kubikmeter als Ausgangswert

  • Schritt 2: die Kilowattstunden als Grundlage für den Strompreis

  • Schritt 3: die monatlichen Kosten als Grundlage für die Jahresrechnung

Gehen wir wieder vom oben begonnenen Beispiel aus und nehmen wir an, Sie möchten ein Wohnzimmer mit 50 m³ beheizen (20 m² x 2,5 m Deckenhöhe). Das bedeutet:

50 m³ x 30 Watt = 1500 Watt

Für diesen Raum würden also 1,5 Kilowatt Strom benötigt. Um nun die Kilowattstunden zu berechnen, brauchen Sie die Zeit, die pro Tag bzw. Monat geheizt wird. Wenn wir annehmen, dass in einem kühlen November 4,5 Stunden pro Tag geheizt wird – was bei guter Isolierung ausreichend ist – und der Monat 31 Tage hat, ergibt das 139,5 h Heizbedarf und 209,25 kWh (1,5 KW x 139,5 h). Im letzten Schritt bleibt nur noch, die monatlichen Kosten zu berechnen:

209,25 kWh x 0,22 Euro = 46,04 Euro

Rund 46 Euro im Monat würden also in diesem Beispiel für das Heizen mit Infrarot fällig. Da die Strompreise allerdings stark schwanken können, ist ebenso gut eine Veränderung nach oben oder unten möglich. Eine Berechnung der Jahreskosten ist daher nur bedingt verlässlich.

Abschließend bleibt zu sagen, dass auch der beste Heizrechner die Beratung vor Ort (noch) nicht ersetzen kann. Online errechnete Werte können nur bedingt Tatsachen wie schlechte Isolierung in einem Altbau, ungewöhnlich geschnittene Räume etc. miteinbeziehen.

Nichtsdestoweniger ist der Rechner für den Verbrauch von Infrarotheizungen aber eine wunderbare Gelegenheit, in die Infrarot-Heizwelt hineinzuschnuppern – vielleicht wartet auch auf Sie schon ein Infrarot-Wärmewellen-Heizsystem, das Sie wunschlos glücklich machen wird!