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Elektroheizung: Alles über Infrarotheizung und Co. 2019-05-15T14:36:18+00:00
Elektroheizung: Alles über Infrarotheizung und Co.

Elektroheizung: Alles über Infrarotheizung & Co.

Eine Elektroheizung macht im Prinzip nichts anderes, als elektrische Energie in thermische Energie umzuwandeln. Dafür gibt es unterschiedliche Geräte, wobei die momentan wohl bekannteste unter ihnen die Infrarotheizung ist. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie effizient die Elektroheizungen arbeiten, welche Vor- und Nachteile und welche Arten es gibt.

Infrarotheizung: Vorreiterin unter den Elektroheizungen

Zunächst möchten wir uns der Infrarotheizung widmen, da sie für viele Menschen aktuell mit Abstand die ansprechendste Methode ist, elektrisch zu heizen. Sie sorgt für ein gesundes Raumklima, angenehme Strahlungswärme und kann sowohl als Unterstützung für die Zentralheizung, als auch als alleiniges Heizsystem eingesetzt werden.

Sie ist außerdem gestalterisch flexibel. Man kann auf die klobigen Radiatoren verzichten und kann sich hübsche Wandbilder nach dem eigenen Geschmack oder auch einfach die dünnen, diskreten Platten montieren. Die Infrarotheizung passt sich also der Einrichtung an und nicht umgekehrt. Im Bad hat man noch mehr Möglichkeiten, dazu aber mehr im entsprechenden Kapitel.

Funktionsweise der Infrarotheizung

Die Wärme, die die Infrarotheizung abgibt, fühlt sich ähnlich an, wie die Wärme der Sonne. Das hat damit zu tun, dass es sich, statt um Konvektionswärme, um Strahlungswärme handelt, die durch Infrarotstrahlung im Raum verbreitet wird. Diese Strahlen treffen auf Gegenstände und Körper im Raum und erwärmt diese direkt, statt nur die sie umgebende Luft zu erwärmen.

Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
  • niedrige Anschaffungskosten
  • keine Wartungs- und Instandhaltungskosten
  • schnelle Reaktionszeit
  • hoher Wirkungsgrad
  • gesundes und angenehmes Raumklima
  • hohe Betriebskosten (je nach Stromtarif und Isolierung des Hauses variabel)
  • in vielen Fällen nicht als Alleinheizung geeignet
  • Stromquelle entscheidend für Umweltfreundlichkeit (PV-Anlage, Kohlekraftwerk, Windenergie?)

Energieeffizienz der Heizpaneele

Die Energieeffizienz der Heizplatten an sich ist überaus hoch. Aus physikalischer Sicht werden (abgesehen von einem kleinen Anteil für die Wärmeausdehnung) fast 100% der elektrischen Energie in Wärme umgewandelt. Der Strahlungswirkungsgrad der Infrarotheizung beträgt dabei bis zu 70%. Die anderen knapp 30% Wärmeentwicklung erreicht man durch die Konvektion und die durch die erwärmten Gegenstände mitaufgewärmte Luft. Wärmeleitung über Montagehalterung, Schrauben, etc. ist bei diesen Werten eigentlich vernachlässigbar.

Von der Steckdose bis zur Raumerwärmung gibt es also so gut wie keinerlei Energieverluste. In der Stromproduktion kann das, je nach Art und Weise der Stromgewinnung, etwas anders aussehen. Umwelttechnisch ideal ist die Kombination zwischen Photovoltaikanlage und Infrarotheizung, wobei der Eigenverbrauch gesteigert und der durch die Sonne entstandene Strom optimal genutzt werden können.

Elektrische Heizkosten

Rechnet man die Kosten für den Betrieb einer Heizung in Kilowattstunden (kWh) um, kann es sein, dass man auf den ersten Blick von der Idee, per Elektroheizung zu heizen, wieder abkommt. Die kWh Strom, mit dem sie betrieben wird, kostet in Österreich nämlich in etwa (je nach Anbieter) 14-23 ct. Holzpellets und Erdgas beispielsweise kommen im Vergleich auf etwa 5 ct und Heizöl ungefähr auf 9 ct pro kWh.

Davon sollte man sich allerdings nicht irritieren lassen, denn bei den eben genannten Brennstoffen wird die darin enthaltene Energie nicht direkt an den Raum und die Gegenstände abgegeben. Sie werden erst verbrannt und durch die dort entstehende Hitze, Wasser erwärmt, etc. In diesem Kreislauf geht mehr Energie verloren als bei der direkten Nutzung mit einer Elektroheizung.

Montage: Wandheizung, Deckenheizung, Standgerät

Während bei anderen Heizsystemen oft Radiatoren an der Wand befestigt werden, handelt es sich bei Elektroheizungen, bzw. insbesondere bei Infrarotheizungen um flache Paneele, die man entweder an der Wand oder der Decke montieren, oder mithilfe eines Standbeines auch als Standgerät platzieren kann. Je nachdem, wie viel Platz man wo zur Verfügung hat und wo sich im Raum der ideale Platz für das Panel befindet, kann man zu der einen oder anderen Variante greifen.

Da eine Infrarotheizung nicht um die Ecke heizen kann, sollte man die Heizplatte so platzieren, dass die Heizung vor allem dort „strahlt“, wo man es warm haben möchte. An der Wand muss besonders darauf geachtet werden, dass an allen Seiten Abstände zu anderen Gegenständen und Möbeln eingehalten werden. Je tiefer die angrenzenden Bauelemente sind, desto größer muss dieser Abstand sein, damit die Wärmestrahlung (mit einem Abstrahlwinkel von 130°) nicht blockiert wird.

Auf der Decke hat man da mehr Freiheiten, sie sollte dort allerdings nicht an der Stelle hängen, unter der man sich lange aufhält, denn die intensive Wärme kann besonders beim Kopf schnell zu viel werden.

Heizplatten und Elektroheizung im Badezimmer

Elektroheizungen sind besonders gern im Einsatz, wo schnell, einfach und unkompliziert zusätzliche Heizwärme zur Verfügung gestellt werden soll. Einer dieser Orte kann das Badezimmer sein, wo man es gerne etwas wärmer hat, als anderswo im Haushalt. Dort hat man vor allem auch die meisten Möglichkeiten. Man kann die Infrarotheizung als Handtuchhalter konzipieren oder den Spiegel mit der Technik ausstatten, um eine Spiegelheizung zu bekommen, die den ganzen Raum gleich mit heizt.

Andere Arten von Elektroheizung

Wir haben in diesem Beitrag bereits ausgiebig über Infrarotheizungen gesprochen. Nun wird es zum Abschluss Zeit, auch den anderen Arten von Elektroheizung ein wenig Raum zu geben. Grundsätzlich kann man zwischen Elektro-Speicherheizgeräten und Elektro-Direktheizgeräten unterscheiden.

Nachtspeicherofen

Bei ersterem handelt es sich beispielsweise um Geräte, die wie herkömmliche, mit Heizwasser gefüllte Radiatoren aussehen. Sie sind mit Öl gefüllt, das direkt durch den Strom erhitzt wird und die Wärme so abgibt.

Daneben gibt es noch Nachtspeicheröfen, die den billigeren Stromtarif in der Nacht nutzen, um zu heizen und darüber hinaus Wärme zu speichern, um sie über den Tag hinweg abzugeben, ohne weiteren Strom zu verbrauchen. Unter den Direktheizgeräten gibt es Heizlüfter, die wie Radiatoren „nur“ Konvektionswärme (keine Strahlungswärme) produzieren und demnach nicht so effizient sind.

Ähnlich der Infrarotheizung wärmen auch Heizstrahler, wobei ein Glühkörper erhitzt wird und die Wärme wiederum mithilfe der Infrarotstrahlung abgegeben wird. Für Warmwasseraufbereitung verfügen manche Haushalte (besonders wenn sie eine PV-Anlage besitzen) über einen Heizstab, der sich im Heizwasser befindet und dieses erwärmt.

Fazit

Mit Strom zu Heizen muss nicht mehr so verteufelt werden, wie es à la „elektrische Energie sei viel zu wertvoll“ lange Zeit wurde. Inzwischen wurden effiziente Geräte gebaut, die den Strom verlustfreier umsetzen können und auch die Stromgewinnung wird immer umweltfreundlicher. Den Trend dahingehend, die Einsatzgebiete für (auf nachhaltige Art und Weise produzierten) Strom auszudehnen, kann man auch bei den Elektroautos zum Beispiel beobachten. Wenn man weiß und darauf achtet, woher man den Strom bezieht, kann man auch getrost die ein oder andere kWh zum Heizen verwenden.