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Schimmel vorbeugen: so hat Schimmel keine Chance 2019-03-11T15:22:28+00:00
Schimmelbefall vorbeugen: so hat Schimmel keine Chance

Schimmelbefall vorbeugen: so hat Schimmel keine Chance

Wenn sich im Wohnraum Schimmel bildet, ist das ein Problem. Nicht nur die Ästhetik der Wohnung leidet darunter, auch für die Gesundheit hat der Schimmelbefall unliebsame Folgen, wenn er unbehandelt bleibt. Wir befassen uns in diesem Beitrag mit der Entstehung, Vermeidung und Bekämpfung von Schimmel, sowie mit den gesundheitlichen Risiken und Schimmelbefall in der Mietwohnung.

Ursachen für Schimmel: so entsteht Schimmel

Schimmelsporen braucht vor allem folgende Dinge, um gedeihen zu können:

  • Feuchtigkeit: etwa 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind noch im Rahmen
  • Temperatur: bildet zusammen mit der Feuchte die relative Luftfeuchtigkeit
  • Nahrung (Bausubstanz, Textilien, Lebensmittel, etc.)
  • Einen geeigneten pH-Wert (5-7)
  • Sauerstoff

In Wohnräumen ist zumeist die warme, feuchte Luft dafür ausschlaggebend, dass sich Schimmel bildet, denn die anderen Komponenten sind unvermeidbar vorhanden. Durch zu seltenes Lüften, Temperatur- und Feuchtigkeitsstaus fehlt es an Luftzirkulation und -austausch. Die Feuchtigkeit im Raum setzt sich fest und bietet die Grundlage für Schimmelsporen, um sich auszubreiten.

Dämmung und Lüftungssystem: Kondensat führt zu Schimmelbildung

Bauliche Mängel wie zum Beispiel undichte Dampfsperrfolien an der Innendämmung oder Dachkonstruktion sind häufig Ursachen für Schimmelbefall. Dort kann Feuchtigkeit eindringen und die Schimmelproduktion vorantreiben. Aus defekten Wasserrohren im Mauerwerk kann ebenso Feuchtigkeit in die Bausubstanz gelangen.

Einwandfrei gedämmte Fenster sind zwar wichtig und notwendig, um den Energiebedarf niedrig zu halten und nicht für draußen zu heizen, nur führt dort die Dämmung dazu, dass kein Feuchtigkeitsaustausch mehr stattfindet, wie das bei alten Fenstern der Fall war. Wird beim Einbau von neuen Fenstern vergessen, häufiger aktiv stoßzulüften, kann sich die Luftfeuchtigkeit im Raum zu stark erhöhen. Ein zusätzlich eingebautes Lüftungssystem oder die einwandfreie Dämmung der gesamten Gebäudehülle verhindern, dass sich feuchte Luft staut, während die Wände kalt sind, was wiederum Schimmel vorbeugt.

Häufige vorübergehende Schimmelbildung

Damit sich Schimmel ausbreiten kann, muss er überhaupt erstmal in Form von Schimmelsporen vorhanden sein. Die schlechte Nachricht ist, dass das in jedem Wohnraum der Fall ist. Überall bewegen sich Schimmelsporen, die einen geeigneten Platz zum Gedeihen suchen. Man kann es allerdings auch herausfordern. Indem man vorübergehende und leicht zu entfernende Schimmelbildung etwa an Lebensmitteln oder im Abfall stehen lässt, erhöht man die Anzahl der Sporen, die sich festsetzen könnten. Dies gilt es selbstverständlich zu vermeiden.

Schimmel vorbeugen

Kalte Innenräume: die Lufttemperatur als Ursache für Schimmel

Mit der Temperatur und der Feuchtigkeit in der Luft verhält es sich auf den ersten Blick etwas paradox. Der Schimmel fühlt sich nämlich prinzipiell bei hohen Temperaturen wohl, allerdings wird dennoch dazu geraten, zu heizen, um Schimmelbildung vorzubeugen. Wie verhält sich die Temperatur nun zum Risiko des Schimmelbefalls?

Nun, zum einen nimmt warme Luft Feuchtigkeit besser auf und feuchte Materialien sind ein perfekter Nährboden für Schimmelpilze. Andererseits trocknet Wasser, wenn geheizt wird, oder anders ausgedrückt: es verwandelt sich in Wasserdampf, der durch Lüften schließlich beseitigt werden kann. Ist der Raum, bzw. sind die Gegenstände (Wände und Möbel) andererseits kalt, kondensiert das Wasser an ihnen. Mehr dazu nun im folgenden Kapitel zur Vorbeugung von Schimmelbefall.

Schimmel vorbeugen: im Bad, an der Wand, etc.

Um Schimmel vorzubeugen, hilft als Faustregel bereits, das regelmäßige Lüften und darauf zu achten, die Luftfeuchtigkeit niedrig und die Temperatur hoch zu halten. Als Faustregel und Richtwerte können 60 % Luftfeuchtigkeit als Maximum und etwa 19°C bis 21°C Raumtemperatur angenommen werden.

Hygrometer und Messgerät für Schimmelsporen

Um zu messen, ob sich die relative Luftfeuchtigkeit im Rahmen befindet, benötigt man ein Hygrometer. Die Schimmelvorbeugung gestaltet sich mit einem solchen Feuchtigkeitsmesser viel besser, es sei denn, die Feuchte kommt aus einer Leckage in der Mauer. Auch ein Messgerät für Schimmelbefall kann bei der Vorbeugung helfen, indem es die Schimmelsporen auffindet, bevor sie sich ausbreiten.

Schimmelvermeidung im Schlafzimmer

Schimmel im Schlafzimmer rührt oft daher, dass der Körper über Nacht viel Feuchtigkeit ausdünstet. Wird am nächsten morgen nicht gelüftet, kann nichts davon durch das geöffnete Fenster entweichen und kondensiert stattdessen. Gründliches Lüften am Morgen ist daher ein absolutes Muss, um Schimmel vorzubeugen, denn gerade im Schlafzimmer ist Schimmelbefall ein hohes Gesundheitsrisiko. Um auf Nummer sicher zu gehen bzw. bei dennoch erhöhter Luftfeuchtigkeit, kann auch ein spezieller Luftentfeuchter herangezogen werden.

Außerdem kann man das Schlafzimmer mit einer Infrarotheizung ausstatten. Sie wärmt nämlich nicht nur Luft auf, die dann unregelmäßig im Raum verteilt wird, sondern erwärmt die Gegenstände und Wände im Raum. Kühlere Luft, die wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann, gepaart mit warmen Wänden, die dadurch besser dämmen und die durch die Wärmestrahlung trocken gehalten werden, sind bekanntlich ein Garant für vermindertes Schimmelrisiko.

Im Badezimmer Schimmel vermeiden

Im Bad ist die Luftfeuchtigkeit durch Duschen oder Baden regelmäßig erhöht, weswegen Schimmel im Badezimmer auch häufig vorkommt. In Fliesenfugen oder an der Decke ist der Schimmel im Bad ein bekanntes Bild, das es zu vermeiden gilt. Auch hier ist gründliches und kluges Lüften und Heizen unabdingbar, doch auch eine entsprechende Lüftungsanlage ist beim Vorbeugen von Schimmel im Badezimmer angebracht.

Schimmel bekämpfen

Wie bereits in den Ursachen erläutert, sind vor allem eine warme Lufttemperatur gepaart mit kalten Oberflächen gefährlich. Die Feuchtigkeit wird dabei von der Luft besser gehalten, kondensiert an den kalten Oberflächen und setzt sich dort fest, wo der Schimmelpilz gedeihen kann und wird. Dagegen hilft wiederum die Infrarotheizung, die statt der Luft die Gegenstände erwärmt. So bleiben die Badezimmerwände trocken und schimmelfrei.

Schimmelbekämpfung: von den Hausmitteln bis zur Fachkraft

Nur bei kleinen Flecken (unter ½ m2) sollte man selbst Hand anlegen, wobei man allerdings auf die eigene Sicherheit achten muss. Um nicht selbst mit den Schimmelsporen in Berührung zu kommen, sind Gummihandschuhe, Atem- und Augenschutz und heiß waschbare Arbeitskleidung empfohlen. Bei größeren Schimmelflecken handelt es sich um hartnäckigere Fälle, die vor allem bei unklarer Ursache nicht einfach wegwischbar sind und deshalb professionell gehandhabt werden müssen.

Feuchtigkeit raus: die betroffene Stelle trocknen

Halb vorbeugende, halb bekämpfende Maßnahme ist das Trocknen von feuchten Stellen an der Wand. Mit einem Fön kann man die nasse Stelle bearbeiten, sodass sich gar nicht erst farbige Stellen bilden. Als erste Maßnahme kann das die Schimmelbildung eindämmen. Bildet sich dennoch ein größerer Fleck heraus, lag das Problem wohl bereits tiefer im Mauerwerk.

Schimmel in den Fugen der Dusche: Silikonfuge abziehen

Schimmel in Badezimmerfugen ist ein bekanntes Bild, dem viele Einhalt gebieten möchten. Eine einfache und die wohl nachhaltigste Lösung ist, das Silikon in den Fugen zu entfernen, die betroffene Stelle mit einer schimmelbekämpfenden Flüssigkeit zu behandeln, den Untergrund gründlich zu säubern und zu trocknen und schließlich eine neue Schicht Dichtungsmasse aufzutragen.

Mittel, die Schimmelsporen angreifen, sind etwa Ethylalkohol, wie beispielsweise Brennspiritus, oder spezielle Antischimmelmittel. Vom Hausmittel Essig ist eher abzuraten. Chlorbleiche ist vor allem aufgrund der giftigen Dämpfe eher ungeeignet.

Antischimmelspray: Schimmelentferner für die Wand

Mit Antischimmelspray oder auch Brennspiritus (sprich Ethylalkohol) kann man kleinen Schimmelflecken Herr werden. Diese Maßnahme ist allerdings nur empfehlenswert, wenn die Feuchtigkeit für den Schimmel aus der Raumluft kam. Bei Nässe im Mauerwerk durch Rohrbruch oder ähnliches, bringt sich diese Behandlung meist wenig, da nur oberflächlich gearbeitet wird. Aber Probieren geht bekanntlich über Studieren.

Schimmel bei Fenstern und auf Holz

Hat sich durch schlechte Dämmung Schimmel an den Fenstern gebildet, kann man auch hier die Dichtungen entfernen, die Fenster entsprechend behandeln und neue Dichtungen einbauen. Zur Vorbeugung sollte hier vor allem im Winter das Kondenswasser täglich weggewischt werden und eventuelle Kältebrücken beseitigt werden. Unter Umständen sind hier Umbauten vom Fachmann nötig.

Schimmelbefall in der Mietwohnung: Was tun?

Schimmelbildung auf Holz zieht sich oft tief in das Material hinein. Daher muss bei betroffenem Holz die Oberfläche abgeschliffen und geschaut werden, wie weit der Schimmelpilz greift. Auch unsichtbarer Befall muss von einer Fachkraft überprüft werden. Besteht keine Gefahr der weiteren Ausbreitung kann das Holz wieder versiegelt werden, ansonsten gehört es ausgetauscht.

Was tun bei Schimmelbefall in der Mietwohnung?

Mieter haben nicht automatisch Recht auf eine Mietminderung, wenn ihre Wohnung von Schimmel befallen ist. Man kann immerhin vom Vermieter die Beseitigung des Schimmels verlangen. Stellt sich allerdings heraus, dass der Mieter durch unangemessenes Handeln den Schimmelbefall selbst verursacht hat, muss dieser für die entstandenen Kosten aufkommen. Wird etwa ständig im Innenraum Wäsche getrocknet, während nie gelüftet wird, bezahlt nicht der Vermieter für den Schaden. Das wird unter Umständen von einem Experten geprüft.

Unterschätzen Sie die gesundheitlichen Folgen von Schimmel nicht!

Dass Schimmel kein unbedingt begehrenswerter Mitbewohner ist, dürfte klar sein und zwar nicht nur aus ästhetischen Gründen. Die Toxine in den Stoffwechselprodukten des Schimmelpilzes kann Allergien, Schleimhautreizungen und damit Reizhusten, Atembeschwerden und sogar Asthma auslösen. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, bevor sie sich ausbreiten kann, bietet sich ein gelegentlicher Test an, der prüft, ob sich bereits irgendwo noch unsichtbare Schimmelablagerungen befinden.

Zum Abschluss fassen wir zusammen, dass Schimmel in Form kleiner Flecken durchaus ohne viel Aufwand selbst behandelbar sein kann. Je nach Ursache und Größe der Schäden sollte allerdings eine entsprechende Firma zu Rate gezogen werden, um dem Schimmelbefall ein für alle Mal Einhalt zu gebieten. Durch richtiges Lüft- und Heizverhalten, beispielsweise mithilfe einer Infrarotheizung ist allerdings das Wichtigste bereits getan, wenn man Schimmel vorbeugen möchte.