>>Ölheizung: Funktionsweise, Kosten und Co.
Ölheizung: Funktionsweise, Kosten und Co. 2019-12-04T14:42:36+00:00
Ölheizung: Funktionsweise, Kosten und Co.

Ölheizung: Funktionsweise, Kosten und Co.

Das Heizen mit Öl gilt als eine der häufigsten Heizarten und ist dennoch drauf und dran obsolet zu werden. Mit fossilen Brennstoffen zu Heizen ist höchstens noch in naher Zukunft tragbar bzw. möglich, weswegen der Trend auch hin zum Ersatz des alten Ölkessels durch eine umweltfreundlichere Heizung oder einen effizienteren und modernen Öl-Brennwertkessel geht.

Funktionsweise einer Ölheizung

Prinzipiell funktioniert eine Ölheizung so, dass Öl verbrannt wird und die dadurch freigesetzte thermische Energie dazu verwendet wird, Heizwasser zu erwärmen, das schließlich durch das Heizsystems des Gebäudes gepumpt werden kann. Dazu muss das Öl auf eine Betriebstemperatur von 55°C vorgewärmt werden, was meistens elektrisch passiert.

Anschließend wird es in den Brennraum des Ölkessels eingespritzt, wo das Öl-Luft-Gemisch durch einen Funken in Brand gesteckt wird. Damit das System funktionieren kann, benötigt man einen Ölkessel, einen Öltank und einen Wasserspeicher. Während der Kessel und der Wasserspeicher mit je etwa einem Quadratmeter im Heizraum auskommen, braucht man für den Tank schon etwas mehr Platz bzw. etwas Fläche, um ihn im Garten unterirdisch unterzubringen.

Öl-Brennwertkessel

Bei älteren Ölheizungen ist es so, dass bei der Verbrennung Abgase entstehen, die durch den Rauchfang entweichen können müssen. Tun sie das nicht, können sie in der Heizung Korrosion verursachen. Daher konnte man die Wärme in den Abgasen lange Zeit nicht verwenden. Dank moderner Brennwerttechnik kann man die thermische Energie, die früher entwichen ist, auch nutzen.

Bei einer Ölheizung mit Brennwerttechnik wird das Rücklaufwasser aus den Heizungsrohren nämlich an den heißen Abgasen vorbeigeleitet, wodurch eine gesteuerte Kondensation verursacht und die Energie in den Abgasen freigegeben wird. Sie wird auf das Rücklaufwasser übertragen, das nun schon vorgewärmt ist, bevor es wieder auf Betriebstemperatur gebracht wird.

Durch dieses Vorheizen muss das Öl-Brennwertgerät weniger leisten, um die benötigte Heizwassertemperatur zu erreichen und spart dadurch Brennstoff ein. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn das Rücklaufwasser auf dem Weg durch das Heizungssystem genügend abgekühlt hat. Haben die Abgase nichts Kühles, an dem sie kondensieren können, verfehlt die Brennwerttechnik ihren Zweck.

Heizsysteme, die die Wärme aus dem Heizwasser optimal an den Raum abgeben, sind Wand- und Fußbodenheizungen. In ihnen kühlt das Wasser so gut ab, dass es die Abgase im Öl-Brennwertkessel kondensieren lassen kann, wobei die thermische Energie von selbigen auf das Wasser übergehen kann.

Neue Ölheizung für die Umwelt?

Die Ölheizung gilt bei weitem nicht unbedingt als die umweltfreundlichste Art zu heizen. Es wird Heizöl, also ein fossiler Brennstoff, verheizt und das bei älteren Modellen auch noch höchst ineffizient. Der neueste Stand der Technikmoderne Ölheizungen mit Brennwerttechnik – nutzen diesen Rohstoff zwar sinnvoller, es bleibt aber dieselbe wenig nachhaltige Substanz.

In Zukunft wird es zwar Geräte geben, die auch mit Pflanzenöl heizen können, allerdings sind dafür auch Anbauflächen nötig. Im Falle des Palmöls, das für Energiezwecke heute bereits vielfach verwendet wird, wird deutlich welche sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen das haben kann.

Kombi-System: Öl- und Infrarotheizung

Vielfach wird empfohlen, die Ölheizung nicht als einzigen thermischen Energie-Lieferanten zu nutzen. In der Kombination mit einer Solarheizung beispielsweise kann man den Heizölverbrauch auf die Tage beschränken, an denen die Sonne den Heizwärmebedarf nicht zu decken imstande ist.

Apropos Sonne: Photovoltaikanlagen sind zwar prinzipiell für die Bedarfsdeckung an elektrischer Energie zuständig, aber auch die Ölheizung kann mit ihr unterstützt werden, nämlich indem mit Strom betriebene Infrarotpaneele verwendet werden. Mithilfe der Infrarotheizung kann die Ölheizung entlastet und damit wiederum Heizöl eingespart werden.

Kosten Ölheizung

Die Kosten für die Ölheizung sind wahrscheinlich der Grund für ihre Popularität. Während die Anschaffungskosten mehr als im Rahmen bleiben, rangiert die Ölheizung in puncto laufende Kosten im Vergleich auch nicht unbedingt auf den höchsten Rängen. Allerdings können diese, vor allem wenn es um den Brennstoff geht, stark schwanken, wodurch eine genaue Kalkulation über die Jahre hinweg schwierig wird.

Der Einbau einer modernen Ölheizung mit Brennwerttechnik beläuft sich für ein Ein- bis Zweifamilienhaus auf (teilweise weit) unter EUR 10.000,- alles inklusive. Ein älteres Modell mit Niedrigtemperaturtechnik kommt auf etwa EUR 3.000,-, während man für die Brennwerttechnik locker EUR 2.000,- draufzahlt.

Zu den Kosten für den Ölkessel kommen noch die für den Wasserspeicher und die Kaminsanierung für die Kondensatableitung. Bei den Wartungskosten muss man in etwa mit EUR 200,- p.a. rechnen. Da die Preise für Öl über die Jahre hinweg stark schwanken, ist eine Einschätzung der Kosten für den Brennstoff eher schwierig.

Förderungen für den Austausch des Ölbrenners

Da die alten Ölkessel den Rohstoff nicht optimal nutzen konnten, werden von einigen Seiten Förderungen angeboten, die den Austausch des alten Modells finanziell attraktiv machen. Beispielsweise vergeben Firmen Prämien dafür, den alten gegen ein neues, effizienteres Modell auszutauschen.

Allerdings stößt man dabei in manchen Bundesländern (Wien, Niederösterreich, Tirol und bald Oberösterreich) auf Hürden. Im Neubau gelten die Ölheizungen nämlich nicht nur als Auslaufmodell, sie werden vielmehr von der Baubehörde nicht mal mehr genehmigt. Gegen dieses Einbauverbot im Neubau helfen auch die Prämien der Firmen nichts.

Von staatlicher Seite gibt es im Rahmen der Sanierungsförderung bis zu EUR 5000,- Förderung, wenn man von Heizsystemen mit fossilen Brennstoffen auf klimafreundliche Varianten umstellt. Besonders der Einbau von Pelletsheizung wird von einigen Bundesländern gefördert (so in Niederösterreich beispielsweise).

Fazit

Während man aus umwelttechnischer Sicht für die Ölheizung wohl kaum die Hand ins Feuer legen kann, liegt ihr Vorteil in der günstigen Anschaffung. Doch dafür haben es die laufenden Kosten in sich, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Ölpreise in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wohl eher im Steigen begriffen sein werden. Mit der schrittweisen Kombination der alten Ölheizung mit solarer Energie (sowohl thermisch als auch elektrisch) und Infrarot beispielsweise gelingt die Energiewende im privaten Rahmen.

Titelbild: © markus_marb – stock.adobe.com